Auch heute war mal wieder einiges an Improvisation nötig, hatten Matthias und ich doch eigentlich den VfL Dreihausen in der Kreisoberliga Gießen/Marburg (Staffel Nord) mit
ihrem Ligaspiel gegen den SV Emsdorf in unseren Planungen. Weil morgens um 11 auch die Partie noch auf Instagram angekündigt wurde, hatte ich echt Hoffnung, dass gespielt werden würde, aber
um 12:34 Uhr kam die Push-Nachricht mit der Absage vom fussball.de-App. Klar war somit schon mal, dass Matthias und ich heute nichts gemeinsam machen werden, da es für mich nichts mehr
Fehlendes in den hessischen Kreisoberligen (oder höher) gab, wo auf dem Hauptplatz gespielt werden würde. Ich sagte mir dann einfach selbst, dass ich mich jetzt auf Nichts festlegen werde,
sondern einfach bis 18 Uhr abwarten wollte, um dann mal zu schauen, welche von meinen neun abonnierten Spielen bei fussball.de überhaupt noch stattfinden werden. Gesagt, getan, aber neben
Dreihausen war tatsächlich nur ein weiteres Spiel off, so dass ich doch noch genug Auswahl hatte. Zuerst tendierte ich zum Maintaunus A-Ligisten BSC Schwalbach, der zweitplatziert in seiner
Liga ist und somit vielleicht ein Vorgriff auf die KOL nächste Saison sein könnte, aber der späte Beginn um 20 Uhr in Verbindung mit über einer Stunde Anreise schreckten mich ein wenig ab, da
ich dafür eigentlich zu müde war. Also dann doch ein nahes Spiel, aber hier gab es nicht allzu viele Möglichkeiten, eine davon war ein Kreispokal-Viertelfinalspiel im Fußballkreis
Lauterbach-Hünfeld zwischen der FSG Vogelsberg und dem SV Steinbach.
Das Duell Kreisoberligist gegen Hessenligist versprach sportlich nicht die allergrößte Spannung, denn es liegen immerhin drei Ligen zwischen beiden Mannschaften, allerdings
wurde auf dem C-Platz der 3er Spielgemeinschaft gespielt, wo sonst hin und wieder wohl nur die dritte und vierte Mannschaft spielen. Das bestätigten mir auch die entsprechenden Apps, denn in
Futbology hatten hier nur fünf Hopper ihr Kreuz gesetzt, bei Europlan Online waren es sogar nur Vier. Zudem war es noch ein Naturrasenplatz, was dann die Entscheidung zusätzlich noch ein
wenig beeinflusste. Da dieses Spiel aber bereits um 19 Uhr angepfiffen werden sollte, musste ich mich nun sputen, da der Entscheidungsprozess sich doch ein wenig hingezogen hatte.
Wettergerecht gekleidet ging es dann um 18:20 Uhr auf die 36 Kilometer Landstraßen, die das Navi mit 37 Minuten angeben hatte. Wieder mal nur drei Minuten Puffer, aber natürlich erstmal eine
Fahrschule und einen LKW vor mir, was Zeit kostete. Ersterer bog ab, Zweiteren musste dann überholt werden und da ich wenige Kilometer vor dem Zielort immer noch nur drei Minuten „Vorsprung“
hatte, gab ich noch ein wenig Gas und überholte noch zwei Autos. In Engelrod angekommen, parkte ich um 19:25 Uhr und als ich ausstieg, fuhr Snicki hupend vor. Er hatte einen Mietwagen, da
seine Karre zur Reparatur ist und war einer der Beiden, die ich wenige Kilometer zuvor überholt hatte. Ich drehte bei strömendem Regen erstmal meine Foto-Runde und stellte mich dann auch noch
mal kurz unter das schützende Dach des Sportheims, denn von den sich vorher noch aufwärmenden Spielern war noch Niemand zu sehen und letztendlich begann das Spiel dann auch wieder mit exakt
sieben Minuten Verspätung, so dass alle Hetzterei eigentlich unnötig war. Zum Anpfiff des Spiels stellte ich mich dann mit Snicki unten an die
Spielfeldumrandung und nach und nach kamen auch immer mehr Zuschauer herunter.
Sportlich war die Sache wie erwartet recht einseitig. Zwar dauerte es bis zur 18. Minute, als der Gast das erste Mal getroffen hatte, aber danach nahm man die Sache ernst an,
spielte es bis Halbzeitpause absolut seriös herunter und gerade in der letzten Viertelstunde vor dem Gang in die Kabinen erzielte man satte sechs Buden. Nach dem Seitenwechsel und mit einem
Stand von 0-8 war natürlich die Luft raus aus der Partie. In der 65 Minute ging ein Gästespieler angeschlagen vom Feld und da die ausgewechselten Spieler bereits unter der Dusche standen (was
bei diesem Wetter und Spielstand ja auch Sinn machte), spielte der favorisierte Hessenligist aus Osthessen fortan zu Zehnt weiter. Dieser Umstand hinderte sie aber nicht daran das Ergebnis
kurz vor Spielende per Fernschuss gegen tapfer kämpfende Gastgeber doch noch auf ein zweistelliges Format auszubauen.
Wir machten uns kurz vor Spielende schon in Richtung Ausgang und direkt nach Abpfiff dann getrennt auf den Weg in Richtung der jeweiligen Heimat. Wenigstens hatte im Laufe
der ersten Halbzeit der Regen vor Ort aufgehört, aber während des Heimwegs fing es noch vor Schotten wieder an. Da ich um kurz nach 21 Uhr im Vogelsberg losgefahren war, konnte ich mein Auto
um 21:40 Uhr bereits zuhause abstellen. Eine wärmende Dusche später lag ich alsbald im Bett, schaute aber noch bis nach Mitternacht Darts im TV und als ich endlich eingepennt war, fingen
schon fast die NHL-Spiele der Nacht an.